Die Fasnet ist begraben - Därles Bärbla

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Die Fasnet ist begraben

Presse > 2012



Die Fasnet ist begraben Brauchtum Narren verspeisen eine Badewanne voller Wurstsalat


Oberelchingen

Unter großem Jammern und Wehklagen haben die Elchinger Narren gestern die Fasnet begraben. Ganz Elchingen war zur fröhlichen Narrenspeisung mit einer Badewanne voller Wurstsalat, deren Zutaten sie am rußigen Freitag beim „Narrenschnorren“ erheischt hatten, zum Fasnachtbegraben ins „Därle“ eingeladen. Die Fasnacht samt ihrer Insignien wie Zepter und Krone, Maske und Glockenstrang wurde in einer Truhe im „Brunnenloch“ beim Martinstor zu Grabe getragen.

Tage zuvor war nach dem Rathaussturm in Unterelchingen der Elchinger Gemeinderat samt Schultheiß Eisenkolb im gesamten Gemeindegebiet entmachtet worden. Angeführt von den Kanonieren, den Gardemädchen, dem Elferrat, den Hexen der „Därles Bärbla“ und „Bobbele“ stürmte die gesamte Narrenschar der Oberelchinger „Greane Krapfa“ den Klosterberg.

Gestern Abend nun stand „Quadragesima“, der Aschermittwoch, vor der Tür. Alle Unflätigen wurden aufgerufen, Buße zu tun, „den leeren Beutel zu waschen und keiner Jungfrau mehr ein Falsch zu tun“, so Hexenmeister Achim Götz beim Fasnachtsbegraben der „Därles Bärbla“, dem altes Brauchtum wie „Geldbeutelwaschen“ und „Schnorren“ vorausgeht.

In Elchingen werden die Insignien der Fasnet begraben. Andernorts wird die Fasnacht vor Aschermittwoch beim „Rumäckern“ untergepflügt. Dieser Brauch gründet sich auf dem Brauchtum, dass die Burschen des Ortes mit einem mit Viehglocken behangenen Pflug um die Häuser der Mädchen zogen (rumäckerten) und Mehl sammelten und in die „Gunkelstube“ (Spinnstube) brachten.
Aus diesem Mehl wurden dann die „Küchle für den letzten Lichtkarz“ gebacken, die Schmalzkrapfen für die letzte, kräftige Mahlzeit vor der Fastenzeit. Krapfen gab´s neben anderen rustikalen Köstlichkeiten auch beim Fasnachtsbegraben im Oberelchinger „Därle“.

Der Aschermittwoch läutet nicht nur für alle die gerne „leiblich sündigen“ die 40-tägige Fastenzeit ein, mit ihm beginnt auch die Zeit der Leiden für die Fasnachtler der Region. Unter Jammern und Wehklagen trugen sie gestern die Fasnacht zu Grabe und läuteten mit einer letzten „Schnorrvesper“ die „Tage der Entsagung“ ein.
„Die Fasnacht ist tot, aber sie wird wieder auferstehen“, trösteten sich die Narren gegenseitig. Die Närrinnen und Narren schämten sich ihrer Tränen nicht, als sie sich von ihrer geliebten Fasnacht bis zur nächsten Saison verabschieden mussten.

„Ja dann sim´mer wieder dabei“, klang es noch bis Mitternacht aus dem „Därle“, der Heimat der Elchinger Hexen. (mde)



Neu-Ulmer Zeitung 22. Februar 2012


 
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