Elchinger Hexen.... - Därles Bärbla

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Elchinger Hexen....

Presse > 2014
 

Seit Jahrhunderten wird in der schwäbisch-alemannischen Fasnacht nach Dreikönig das Narrenkostüm der Zünfte, das „Häs, abgestaubt“. Zuerst erfolgt die „Häskontrolle“, danach tritt das „Häsgericht“ zusammen,
das bei den Oberelchinger „Därlesbärbla“ im „Hexenhaus“ neben dem Martinstor tagte.

Sechs Därlesbärbeln hatten sich im Dreikönigs-verschlafenen Oberelchingen bereits um neun Uhr auf den Weg zur Häskontrolle bei ihren Hexenschwestern gemacht.
Ausgerüstet mit Staubsauger, gedörrten Hühnerfüßen, Glockenputzer, Hexenpimpel und Teppichklopfern hatten sie sich als moderne Putzkolonne verkleidet an die Arbeit gemacht.
Was sie vorfanden, hätte im schwäbischen Mittelalter ausgereicht, um „den Besen zum Tanzen und die letzte Warze zum Jucken zu bringen“.

Die Häsabstauberinnen berichteten dem Häsgericht nicht nur von leergefegten Oberelchinger Gassen, die vermuten ließen, dass „viel Volk hinter verrammelter Tür die Erscheinung
des Herrn an Dreikönig in warmer Molle verbracht hat.“ Sie trafen auch bei den Därlesbärbeln noch manch verschlafene Hex an. Im Auftrag von Oberbärbl und Zunftmeister Christian Holl
hatten sie bei ihren Hexenschwestern nachgeschaut, ob diese Häs und Besen für den Flug in die neue Fasnachtssaison sichtbar in ihren Hexenhäusern aufgehängt und vorbereitet haben.

Bei einigen wurde noch „manch unglaublich Ding und vergessener Hausgeist“ entdeckt. So versteckte sich noch ein als Flachmann verkleideter Himbeergeist im Häsfutter, eine Schell hing locker,
Hexensocken waren nicht richtig durchlüftet, Nüsse und Konfetti rieselten aus Hosensäcken, „bei Flitschns war noch gar nichts flugfähig“, berichteten die empörten Abstauberbärbeln am Abend
im Oberelchinger Martinstor, dem Zunfthaus der Därlesbärbla beim fröhlichen „Häsgericht“.

Gericht verhängt strenge Strafen

Die säuberlich im Hexenbuch verzeichneten „Häsverfehlungen der nachlässiger Schwestern“ wurden der Vollversammlung vorgelegt. Das Hexengericht verhängte strenge Strafen.
Sie reichen von einer Tüte Gummibärchen über einen Ring Schwarzwurst bis zu einigen Flaschen Sekt. Die verantwortungsvollen Hexen erhielten als Anerkennung eine „Ehrenschelle“ für das Häs.
Die vor Ort verhängten Strafen wurden vom Hexenhaufen mit lautem Jubel unterstützt.

Dass bei der Häskontrolle von über 90 Därlesbärbeln (von ihnen sind 30 Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren) einiges an „Hässtrafen“ zusammenkommt, kann man sich vorstellen.
„Das bildet den Verpflegungsgrundstock für unseren Flug in die neue Saison, deshalb verdoppeln auch viele Hässünder ihre Strafe. Sie wissen ja, dass sie uns allen zugute kommt“,
meinte Zunftmeister „Beach“.

Neu-Ulmer Zeitung, 08. Januar 2014, (mde)

 
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