Zoll zum Abschied - Därles Bärbla

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Zoll zum Abschied

Presse > 2016

10. Februar 2016

Zoll zum Abschied

Narren lassen sich’s noch mal gut gehen
Den Narrenzoll haben die Greane Krapfa gestern in Elchingen erhoben.

Heute ist die „Zeit der Lust und Völlerei“, die Fasnacht, vorbei. Die Narren tragen
Trauer. Quadragesima (lateinisch 40 Tage), die Fastenzeit steht vor der Tür. „An
Quadragesia hängat d’ Narra d’ Nesa na“, heißt es im Schwäbischen. Die
Maschkerer legen vor Mitternacht die Masken ab. „Des isch a Kreuz und a Leida“,
jammerten sie auch in Oberelchingen. Unter Wehklagen trugen sie ihre geliebte
Fasnacht, samt ihren Insignien wie Zepter und Krone, Maske und Glockenstrang im
„Brunnenloch“ unter dem Martinstor zu Grabe. Beim Abgesang wurde manche Träne
verdrückt. Damit sich das Leid in Grenzen hielt, wurde wie in früheren Zeiten „die
letzte Lichtkarz“, das letzte Mal vor der Entsagung verputzt. Alle Elchinger Narren
waren eingeladen.

Speis und Trank für das traurige Freudenfest wurden am gumpigen Donnerstag und
am rußigen Freitag von den Hexen der „Därlebärbeln“ und der „Bobbele“ nach altem
Heischebrauch im Dorf „geschnorrt“.

Damit die Greane Krapfa das Dorf in der fünften Jahreszeit fasnachtgerecht mit der
„Lumpenschnur“ schmücken können und zur Finanzierung des Narrenbaumes
erhoben sie am Faschingsdienstag am „Därle“ den traditionellen „Narrenzoll“. Ein
Schlagbaum stand dann hinter dem Martinstor, dem ehemaligen Zollhaus. Für
„notorische Entaklemmer“ und „Geltsgottknackler“ waren das schwere Zeiten.

Wer das „Därle“ passieren wollte, musste „einen Heller oder einen Batzen“
bereitlegen. „Geizkräga gat’s an da Kraga“, heißt es in den Elchinger
Narrengesetzen, und tatsächlich kam es auch gestern immer wieder vor, dass
Miesepeter behaupteten, ihr Beutel sei leer. Die meisten jedoch unterstützten die
lustigen Zöllner und wurden mit einem Schokokuss belohnt. Außerdem wurden sie
zum Fasnachtbegraben ins Därle eingeladen. (mde)

Neu-Ulmer Zeitung 11.02.2016

 
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